unsere post - unser vereinsheim


Unsere Post wird zum Musikheim

von der idee bis zur umsetzung

Am 11.11.2000 wurde für viele ein Traum wahr

“Aus einer Bruchbude wurde ein Schmuckstück” – so lautete das einhellige Lob im Jahre 2000 für das neue Musik- und Schützenvereinsheim “d' Post” in Stötten bei der Einweihung am 11.11.2000, in dem mittlerweile auch die Bücherei und im Rückgebäude die Feuerwehr ein neues Domizil gefunden haben.

 

“Was tun mit einem 350 Jahre alten Gebäude ?”

Dies war eine Frage, die die Stöttener lange Zeit beschäftigte. Es sollte nicht einfach der Abrissbirne weichen. Und so hat die Gemeinde im Jahre 1995 für 500.000 DM das stark renovierungsbedürftigte Gebäude gekauft um es für ihre Zwecke zu nutzen und den Schützen und der Musikkapelle darin eine neue Heimat zu geben. Nachdem Zuwendungen in Höhe von 400.000 DM von der Direktion für ländliche Entwicklung genehmigt waren, wurde das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Ohne diesen Zuschuß wäre der Erhalt dieses historischen Postwirtschaftsgebäudes, übrigens eines der ältesten Gebäude im ganzen Allgäu, mitten im Dorfkern nicht möglich gewesen. Zusammen mit den beiden Vereinsvorständen Richard Sirch (Schützenverein) und Johann Linder (Musikkapelle) kam man zu der Überzeugung: “Mit viel Eigeninitiative schaff mer's”.

 

Von der Idee bis zur Planung war es ein “langer und teilweise steiniger Weg”,

sagte Bauleiter Ludwig Beranek bei seiner Rückschau. Im Frühjahr 1998 wurde zunächst einmal mit dem Ausräumen von Schutt aus der alten Wirtschaft begonnen. Das Gebäude wurde völlig entkernt und der komplette Putz abgeschlagen. Anschließend galt es 3.350 m³ Raum zu erstellen, Wände zu versetzten oder neu hochzuziehen und Treppen ganz woanders einzubauen als sie vorher waren. Es wurden unzählige Meter Stromkabel eingezogen, 400 m² Estrich verbaut und zusätzliche Keller ausgegraben. Schließlich wurde im Oktober 1998 der komplett neue Dachstuhl in 14-tägiger harter Arbeit aufgesetzt. Anschließend wurde das neue Vereinsheim noch mit modernster Wärmedämmung, Schallschutzfenster, Spezial-Akustikplatten und eine getrennt steuerbare Heizung ausgestattet. Beranek fasste es kurz und bündig zusammen: “Es wurde gearbeitet und nicht geredet.”

 

“Es war ein Kraftakt an dem das halbe Dorf mitgewirkt hat”,

brachte es Schützenvorstand Richard Sirch auf den Punkt. Rund 150 Vereinsmitglieder der Musikkapelle und des Schützenvereins sowie freiwillige Helfer haben in ca. 15.000 Arbeitsstunden nach 33-monatiger Bauzeit das denkmalgeschützte Haus in neuem Glanz erstrahlen lassen – und die 4.824 Halbe Bier seien allen Helfern wohlvergonnt, so der Vereinsvorstand. In das erste Stockwerk zogen die Musiker ein, die vorher in der Turnhalle und in der Schule übten. Die Platznot dort hatte nun ein Ende, denn die neuen Proberäume erstrecken sich jetzt über 185 qm. Der Schützenverein erhielt eine moderne Schießanlage mit 13 Ständen (vorher 6) und eine Schützenstube mit modernster Küche. Der damalige Bürgermeister Harald Neuber dankte allen, die ihre Arbeitskraft und ihr Fachwissen in den Dienst der Allgemeinheit stellten: “Wir ziehen den Hut vor der Leistung der Beteiligten. Die beiden Vereine haben bestens zusammengearbeitet.”

 

“Kritiker, die meinten man solle die Bruchbude abreissen, bezeichnen das Haus jetzt als Schmuckstück”

und für die Stöttener ist “d'Post”, so wurde das Gebäude in Anlehnung an alte Zeiten genannt, jetzt das kulturelle Zentrum im Dorf. Am 11.11. 2000 wurde das Gebäude letztendlich in einem von der Musikkapelle umrahmten Festakt seiner Bestimmung übergeben und die letzten Jahre haben bewiesen, die Worte von Domkapitular Emanuel Olschar beim kirchlichen Segen zur Einweihung haben sich bewahrheitet, dass sich das Gebäude “mit Leben und gutem Geist füllen möge”.

 

“Auf das, was Sie in Ihrem Dorf erreicht haben, können Sie stolz sein.”

Mit diesen Worten überreichte am 6. Februar 2004 in München Landwirtschaftsminister Josef Miller für die Renovierung der “Post” den Vertretern der Gemeinde Stötten und der Vereine den Ehrenpreis für herausragende Projekte der ländlichen Entwicklung.“ Der ländliche Raum habe eine gute Zukunft, weil er den geänderten Lebensvorstellung der Bürger in Bayern entspreche”, so Miller und schloss mit den Worten: “Wir brauchen für die Gestaltung unserer Zukunft den aktiven Bürger.”